Teilhabechancengesetz - Viafly

Chance genutzt – wie ein neues Gesetz helfen kann, beruflich neu durchzustarten

Foto: Nicole Schröder, Bettina Schulz-Schaper und Kristina Landgraf (beide Jobcenter Kreis Paderborn), Dr. Janine Parthier und Wolf-Henning Ohly (beide Viafly GmbH)

Über das neue Teilhabechancengesetz der Bundesregierung wurde bereits viel geschrieben. Es soll Menschen, die bereits seit vielen Jahren arbeitslos sind, unterstützen und wenn möglich in Arbeit bringen. Doch hinter der Umsetzung dieser neuen Paragraphen stehen Menschen und ihre Geschichten. Eine von ihnen ist Nicole Schröder, die durch die neuen Fördermöglichkeiten die Chance bekommen hat, sich wieder im Berufsleben zu beweisen.

Als der erste Kontakt zwischen Nicole Schröder und ihrem jetzigen Arbeitgeber Viafly zustande kam, war die Umsetzung der neu geschaffenen Paragraphen 16e und 16i SGB II noch nicht abschließend geregelt. Im Jobcenter Kreis Paderborn ist Kristina Landgraf für die Abwicklung des Teilhabechancengesetzes zuständig. Sie ging bei Nicole Schröder noch unbekannte Wege, um die Förderung möglich zu machen, denn sie war eine der ersten, die von dem neuen Instrument profitieren konnte.

Fallmanagerin Bettina Schulz-Schaper arbeitete im Jobcenter Kreis Paderborn gemeinsam mit Nicole Schröder an ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben. Eine passende fachliche Weiterbildung war schwer zu finden, aber in einem individuellen Coaching konnte die Bewerberin viele positive Erfahrungen machen. Schulz-Schaper spürte früh, welches Potenzial trotz der langen Arbeitslosigkeit in Schröder steckt. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin ist gelernte Fachinformatikerin und war bis 2012 in der Softwareentwicklung tätig, zuletzt sogar in der Projektleitung.
Dass es zum beruflichen Bruch kam, liegt mit Schröders Vornamens- und Personenstandsänderung und der einhergehenden längeren Arbeitsunfähigkeit zusammen. Als die Personenstandsänderung abgeschlossen war, stand Schröder vor der Herausforderung, eine neue Stelle zu finden. Obwohl sie auch überregional nach Stellen suchte, bekam sie nur Absagen. Grund dafür waren zum einen ihre zuletzt fehlenden Berufserfahrungen, aber auch die Tatsache, dass Schröder ihre Ausbildung und ihr Berufsleben als Mann begonnen hatte und sich nun als Frau bewirbt. Schröder geht offen mit ihrer Geschichte um, stößt aber regelmäßig auf Vorurteile oder Ablehnung.
Für Wolf-Henning Ohly war Nicole Schröder einfach nur ein Glücksgriff: Der Geschäftsführer des Start-ups Viafly GmbH aus Paderborn bemerkte schon beim ersten Treffen, dass das Programmieren für Nicole Schröder nicht einfach nur ein Job ist. Schröder programmiert mit Leidenschaft und das kann Ohly gut gebrauchen.

Viafly entwickelt Drohnensysteme für die zivile Überwachung, die mittels künstlicher Intelligenz in der Lage sind, eigenständig ein bestimmtes Gelände abzufliegen. Gleichzeitig zu den übertragenen Bildern aus der Luft werden Daten aus unterschiedlichen Sensoren ausgewertet. So kann zum Beispiel ein Brand oder auch ein Gasleck schnell identifiziert und gemeldet werden. Künstliche Intelligenz ist ein essenzieller Bestandteil für die Funktion dieser autonomen Fluggeräte. Und sie muss den Drohnen beigebracht werden, unter anderem von Nicole Schröder.

Seit einem knappen halben Jahr arbeitet Nicole Schröder nun für Viafly. Bis August bekommt sie noch ein berufsbegleitendes Coaching, das im Rahmen des Teilhabechancengesetzes zur Unterstützung der Einarbeitung gefördert wird. Das Klischee, dass langzeitarbeitslose Menschen träge seien und sich in ihrem Leistungsbezug eingerichtet haben, widerlegt Schröder. Während ihrer Arbeit kommen ihr ständig neue Ideen und Verbesserungsmöglichkeiten in den Sinn, die sie mit ihrem Arbeitgeber bespricht. Dass Viafly und Schröder zusammengefunden haben ist ein Gewinn für beide Seiten.

Ansprechpartnerin im Jobcenter Kreis Paderborn für das Teilhabechancengesetz ist Kristina Landgraf. Interessierte können Sie unter 05251 5409 295 erreichen.

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