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Vorzeigeprojekt baut auf Anerkennung und Wertschätzung

Seit zehn Jahren gute Partner: (von links) Friedhelm Kaup (Kreis Paderborn), Ortsvorsteher Dirk Nölting, Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Dominik Neugebauer (Suchtkrankenhilfe Paderborn), Caritas-Bereichsleiter Friedhelm Hake, Projektmitarbeiter Wolfgang Grothe, Horst-Herman Müller (Geschäftsführer Jobcenter Kreis Paderborn), Günther Agethen (Leiter Sozialamt Kreis Paderborn), Michael Beninde (Sozialdezernent Kreis Paderborn),  Ralf Zumbrock (Regionalmanager Südliches Paderborner Land), Niels Hartmann (Dezernent für Leader Bezirksregierung Detmold)

Vorzeigeprojekt baut auf Anerkennung und Wertschätzung
Seit zehn Jahren bauen suchtkranke Menschen die  Burgruine Ringelstein wieder auf
Büren-Ringelstein/Kreis Paderborn.

Der Erfolg ist unübersehbar: Seit Jahren wächst die Burgruine Ringelstein wieder in die Höhe. Tausende Tonnen Kalkstein wurden in den bis zu dreieinhalb Meter breiten Burgwänden verbaut. Diese Leistung haben Menschen vollbracht, die sich das selbst nicht zugetraut hätten. Der teilweise Wiederaufbau der mittelalterlichen Burgruine wie vorher schon die Freilegung der historischen Gebäudereste geschieht seit 2007 im Rahmen eines Projekts mit suchtkranken Menschen.
Der Caritasverband Paderborn hat das Projekt „Arbeit als Lebenshilfe“ (AaL)  im Jahr 2007 zusammen mit dem Kreis, der Stadt Büren, dem Jobcenter Kreis Paderborn und der EU-Leader-Region „Südliches Paderborner Land“ aus der Taufe gehoben. Zehn Jahre später trafen sich die Partner jetzt zur Jubiläumsfeier an der Burgruine. Sie konnten sich dabei gegenseitig gratulieren. Dass eine Maßnahme so lange und erfolgreich arbeitet wie die in Ringelstein, ist außergewöhnlich, dass alle Partner über einen derart langen Zeitraum der Sache treu bleiben, ebenso.

Die AaL-Teilnehmer erführen in dem Projekt „Wertschätzung und Anerkennung“, betonte Caritas-Bereichsleiter Friedhelm Hake. „Unser Ziel ist es, die Menschen abzuholen, ihnen ein Gefühl des Gebrauchtwerdens zu geben“, sagte Dominik Neugebauer, Leiter der Caritas-Suchtkrankenhilfe. Verantwortlich für das wertschätzende Projekt Klima sind Caritasmitarbeiter Peter Salmen, der für handwerkliche und arbeitsspezifische Ausführung und Anleitung zuständig ist, und Wolfgang Grothe von der Suchtkrankenhilfe Paderborn. Er leistet die notwendige sozialarbeiterische Unterstützung.
Eine dritte Kollegin, die in den ersten Jahren das Projekt mitaufbaute, hielt beim Jubiläum den Festvortrag. Nicole Adon ist heute Leiterin der „Landeskoordinierungsstelle berufliche und soziale Integration Suchtkranker in NRW“. In Ringelstein beschrieb sie, wie das Projekt die Leistungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl der Teilnehmer steigert und Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen aufbaut.

Das alles festigt die Abstinenz – und manchmal eröffnet sich so die große Chance auf den direkten Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Derart „unvorhergesehene Erfolg“ festigen den guten Ruf, den das AaL-Projekt unter Fachleuten hat. Zu ihnen gehört Horst-Hermann Müller, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Paderborn, das von Anfang Partner der Caritas war. Mit einer Million Euro hat das Jobcenter 367 Teilnehmer seit 2007 gefördert, aktuell arbeiten 14 Menschen an der Burgruine. Man sei nach wie vor zu 100 Prozent von dem „Vorzeigeprojekt“ überzeugt, sagte Müller.
Auch der Kreis Paderborn, der die suchtspezifische Betreuung finanziert, ist mehr als zufrieden. Das Geld sei „in Ringelstein gut angelegt“, betonte Friedhelm Kaup, der Landrat Manfred Müller vertrat. Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow lobt das große Engagement aller Beteiligten. Die Stadt ist als Eigentümer der Burganlage ein wichtiger und verlässlicher Partner.

Auch nach zehn Jahren ist ein Ende des Projekts nicht abzusehen. Menschen, die von Opiaten abhängig sind, sind zu mehr als 60 Prozent langzeitarbeitslos. Die notwendige niedrigschwellige Hilfe finden sie nur in Projekten wie in Ringelstein. Außerdem: Auch wenn die Burgruine sich seit 2007 schon grundlegend verändert hat, bleibt noch genug Arbeit für die nächsten zehn Jahre.

 

(Text und Bild vom Caritasverband Paderborn)

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